Bürgerliche Schützengesellschaft Bergrheinfeld 1924 e.V.
Montag, 06.Februar 2012  

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 Über uns  
     
 Bürgerliche Schützengesellschaft Bergrheinfeld  
     
   - Gründung und die ersten, schwierigen Jahre

 Im Jahr 1924, genau am 1. November, trafen sich 26 schießbegeisterte Freunde und gründeten die "Bürgerliche Schützengesellschaft Bergrheinfeld". In der ersten Generalversammlung, die am gleichen Tag im Gasthaus "Weißes Roß" abgehalten wurde, wählten die Anwesenden Adam Göb zu ihrem ersten Vorsitzenden. Als Bürger einer damals noch sehr viel kleineren und sehr viel landwirtschaftlich strukturierten Gemeinde gab man sich den Namen "Bürgerliche Schützengesellschaft", was davon zeugt, dass man sich als freie Bürger fühlte und mit dem Heimatdorf Bergrheinfeld identifizierte.

Bald schon erhielt das Schützenwesen beträchtlichen Aufschwung. Schon im Januar 1925 schaffte man zwei Zimmerstutzen an, zu deren Finanzierung jedes Mitglied 3 Reichsmark leihweise zur Verfügung stellen musste. Außerdem beschloss man im Juni des gleichen Jahres im Garten des Vereinslokals einen Schießstand zu bauen.

Fast gleichzeitig legten sich die Schützen auch Vereinsabzeichen zu und nahmen die Einladung des Hirschfelder Schützenvereins zu dessen Schützenfest an.

Eine Woche nach Mariä Himmelfahrt im August 1925 wurde der erste Vogelschuss der Vereinsgeschichte ausgerichtet, dessen Verlauf sorgfältig protokolliert wurde. Den Korpus schoss schließlich Bürgermeister Adam Göb ab, er erhielt eine silberne Medaille und wurde unter Musikbegleitung in einem festlichen Zug nach Hause geleitet.

Am Jahrestag der Vereinfgründung musste mit einer Umlage der Mitglieder ein Kassendefizit ausgeglichen werden, in der Folge wurde der Jahresbeitrag im Januar 1926 von einer auf drei Mark (300%!) erhöht.

Wiederum im August beschloss man dann, Schützenhüte anzuschaffen. Zum zweiten Vogelschuss (22.08.1926) lud man erstmals die auswärtigen Vereine von Oberndorf, Geldersheim und Werneck ein. Mit diesem Vogelschuss wurde auch ein Preisschießen auf Glück- und Ehrenscheibe ausgetragen.

Der Ablauf dieses zweiten Vogelschusses ist vor allem deshalb interessant, weil er die Vorlage zu allen weiteren Veranstaltungen dieser Art bildete. Dies gilt, mit kleinen Einschränkungen, bis zum heutigen Tag.

Mit den neu angeschafften Schützenhüten marschierten die Bergrheinfelder Schützen vollständig (!) und mit Musikbegleitung zum Vogelkönig. Voran trug man den Vogel und die für das Schießen gestiftete Ehrenscheibe. Nach einem kurzen Imbiss und einem vorzüglichen Tropfen, so das Protokoll, formierte sich der Zug und bewegte sich zurück zur Schießstätte. Nicht weniger als 54 Teilnehmer stellten ihr Können unter Beweis.

Nachdem Karl Seuffert zum neuen Schützenkönig proklamiert und die Preisverteilung erfolgt war, marschierten die Schützen zur Wohnung des neuen Würdenträgers, nahmen einen Trunk Wein in Empfang und kehrten zum Vereinslokal zurück. Nach einigen salbungsvollen Reden stand einem gemütlichen Abend im Kreise der Angehörigen nichts mehr im Wege.

Die Vereinsaktivitäten entwickelten sich indes dynamisch, noch 1926 wurde ein Herbstschießen durchgeführt und nachdem in der kurzen Zeit seit der Vereinsgründung bereits einige Medaillen, Erinnerungstaler und Geldstücke vorhanden waren, beschloss man 1927 eine Kette anzuschaffen. Im gleichen Jahr wurde auch eine Kleinkaliberabteilung für "Jungschützen und Anfänger" gegründet.

Der erste Schützenball der Orts- und Vereinsgeschichte wurde im Januar 1928 im Saal des Vereinswirtes abgehalten.

Schon damals kam es aber auch zu Unstimmigkeiten im Vereinsleben. Nachdem einige Beitrittswillige die geforderte 3/4-Mehrheit der Mitglieder nicht erreicht hatten und die Versuche des Vorstands, diese hohe Schranke herabzusetzen erfolglos blieb, traten am 11. August 1928 sowohl der 1. Schützenmeister als auch der Schriftführer zurück.

Kopfzerbrechen bereitete auch ein Paragraph der Vereinssatzung, der Auswärtige von der Mitgliedschaft ausschloss.

Als der Landarzt Dr. Urlage aus Grafenrheinfeld in den Verein aufgenommen werden wollte, setzte man sich allerdings glatt und einstimmig über die Satzung hinweg, denn mit dem "Onkel Doktor" wollte man sich´s halt nicht verderben!

Im Januar 1929 öffnete sich der Verein aber ganz offiziell auch für auswärtige Interessenten und ab 1934 konnten dann neue Mitglieder mit einfacher Stimmenmehrheit in den Verein aufgenommen werden.

Eine besondere Überraschung brachte die Versammlung am 15.12.1928, hier stiftete Hermann Hartmann dem Verein einen großen Schützenkrug, den er beim Vereinsschießen gewonnen hatte.

Der Krug wurde jahrzehntelang als "Liesl" bei den Umzügen mitgeführt, mittlerweile aber als wertvolle und kostbare Vereinsreliquie dauerhaft im Schützenhaus ausgestellt.

Nach und nach legten sich die Mitglieder auch Schützenröcke zu. Das Tuch besorgte der Verein und die Anfertigung nahm auf Bestellung ein Vereinsmitglied vor.

Sportlich nahm man damals schon nicht mehr so an den aktiven Schießübungen teil, wie es sich der Vorstand wohl gewünscht hätte. Dagegen bereitete es keinerlei Schwierigkeiten, die Vereinmitglieder für die geselligen Veranstaltungen zu begeistern. Die Würde des Vogelkönigs nahm schon in den Anfangsjahren des Schützenwesens eher eine gesellschaftliche denn eine sportliche Stellung ein, wie ein Aufruf von Schützenmeister Adam Göb aus dem Jahr 1929 beweist. Er forderte Interessenten für die Königswürde auf, sich bei ihm zu melden.

Diese Art Aufforderung kamen auch später noch häufig vor.

Zum ersten Ehrenmitglied der Vereinsgeschichte wurde 1930 Doktor Urlage ernannt, der, so die Begründung, bisher alle Vereinsmitglieder unentgeldlich behandelt hatte.

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage verzichtete man 1931 auf die Durchführung eines Schützenballes, der Verein stiftete aber trotzdem 40 Reichsmark zur Renovierung der Bergrheinfelder Maria-Schmerz-Kirche.

War noch im Januar 1933 die Rede davon, das Kleinkabilbergewehr des Vereins wegen Interessenlosigkeit der Mitglieder der Bergwacht zu Überlassen, zählte man 4 Monate später stolze 20 Mitglieder in der Kleinkaliberabteilung.

Bei einer Versammlung im September 1933 stand auch das Thema "Gleichschaltung" auf dem Programm. Die Bercher Schützen wählten den bisherigen 1.Vorstand in der Versammlung zu ihrem Vereinsführer. Die Vorstandsmitglieder ernannte dieser zu seinen Mitarbeitern. Das Amt des Vereinsführers wurde dann sogar abgeschafft - die Aufgaben übernahm der zusätzlich der 1. Schützenmeister.

Bedingt durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges ging der Schießbetrieb zurück, zu Versammlungen kam es nur noch am 9. März 1940 und am 1. Mai 1943. Viele der Bergrheinfelder Schützen kämpten als Soldaten an den verschiedensten Fronten und die Daheimgebliebenen hatten ganz sicher andere Sorgen.


 - Die Auflösung und Wiedergründung

 Als im April 1945 amerikanische Soldaten auch in Bergrheinfeld einmarschierten, wurde der Ort zwar verteidigt, die Einwohner flüchteten aber größtenteils nach Garstadt.

Nach dem Rückzug der wenigen deutschen Soldaten kehrten die Bewohner aber zurück, um zum einen die Brände zu löschen und zum anderen ihre Habe in Sicherheit zu bringen.

Die damals 15-jährige Rosa Neubert, Tochter des seit 1938 "amtierenden Vogelkönigs, fand bei ihrer Rückkehr einen amerikanischen Soldaten vor, der sich die Königskette umgehängt hatte und im Begriff war, mit diesem Souvenir das weite zu suchen. Unerschrocken nahm das Mädchen dem Soldaten die Kette wieder ab und brachte sie in Sicherheit. Zum Dank ernannten die Schützen Rosa Neubert, später verheiratete Rudloff, zum Ehrenmitglied der Gesellschaft.

Als Folge des Zusammenbruchs wurden alle deutschen Vereine, besonders aber die Schützenvereine, von der Militärregierung verboten. Ein Vereinsleben oder der Schießbetrieb war somit nicht möglich, auch weil noch viele Männer in Kriegsgefangenschaft waren. Die allermeisten Deutschen kämpften in ihrem, vom Feind besetzten und mit Millionen Heimatvertriebenen überbevölkerten Land, buchstäblich um die nackte Existenz.

Erst am 3. Mai 1952 konnte der letzte Schützenmeister Georg Hochrein alle Schützenbrüder zu einer Generalversammlung zusammenrufen. 23 Schützen der alten Garde sowie 15 neue Interessenten hoben darauf hin die "Bürgerliche Schützengesellschaft" zum zweiten Mal aus der Taufe. Man beschloss, sich als Verein eintragen zu lassen und revidierte die Satzung in etlichen Punkten. Erste Überlegungen zur Wiederaufnahme des Schießbetriebes wurden angestellt, ein Luftgewehr gekauft und zunächst im Saal der alten und neuen Vereinsgaststätte geschlossen. Eine Sammlung unter den Mitgliedern ermöglichte sogar die Anschaffung eines zweiten Luftgewehres. Im Garten des Schützenwirtes baute man eine neue Schießanlage mit neuen Ständen und das Vereinsleben nahm allmählich wieder Form an.

Nach dem ersten arbeitsreichen Jahr hielten die Schützen am 29. August 1954 erstmals wieder einen Vogelschuss ab. Nach 16 Jahren wechselte nun die Königskette ihren Träger, von Kilian Neubert, der seit 1938 Schützenkönig war, zu Josef Karg, dem neuen Würdenträger.

Unter Beachtung der überlieferten Gepflogenheiten liefen die Feierlichkeiten ab, so dass alte und junge Schützen mit Recht auf die wiedererstandene Schützentradition in Bergrheinfeld stolz sein konnten.

Mittlerweile zählte der Verein stolze 69 Mitglieder, daher beschloss man, die Werbung neuer Mitglieder einzustellen, um zum einen den familiären Charakter des Vereins zu erhalten, zum anderen aber auch somit dem Vogelkönig keine Schwierigkeiten hinsichtlich der traditionellen Bewirtung aufzubürden.

Im Jahr 1955 wurde Adam Göb aufgrund seiner großen Verdienste um die Gesellschaft zum Ehrenmitglied ernannt. Im darauffolgenden Jahr wurde dann erstmals ein Junggeselle neuer Schützenkönig. Da dieser, es war Gerwin Breitinger, seit 1995 ebenfalls Ehrenmitglied der Gesellschaft, keine Schützenkönigin zur Bewirtung der Gäste hatte, behalf er sich mit Verzehrgutscheinen, die beim Vereinswirt einzulösen waren.

Das 35-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1959 war mit der Fahnenweihe verbunden.

Auf dem Tuch ist der heilige Sebastian dargestellt, der ja nicht nur der Patron der Schützen ist, sondern auch der für Bergrheinfeld "zuständige" Ortsheilige. Diese Verknüpfung wird auch im aufgebrachten Spruch deutlich: "Zum Ziel fest schauen - auf Gott vertrauen".

Die Fahnenbraut Wilma Karg (später Wilma Stark) wurde ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Patenschaft für die Fahne übernahm die Bürgerliche Schützengesellschaft Poppenhausen, die Feierlichkeiten wurden durch die Ausrichtung des Gauschießens, einen Festzug und den Festbetrieb umrahmt und von der Bevölkerung rege besucht.

Im Jahr 1998 musste die Fahne dann restauriert werden, da der jahrzehntelange Gebrauch doch deutliche Spuren hinterlassen hatte. Hauptsächlich der Seidenstoff zeigte Risse und Beschädigungen. Die Reparaturarbeiten wurden der Firma Fahnen-Küchler in Neustadt/Aisch übertragen, die wirklich professionelle Arbeit geleistet hat. Rechtzeitig zum Jubiläum erstrahlt die Fahne nun wieder in alter, neuer Pracht, auch Dank der zahlreichen und großzügigen Spenden der Vereinsmitglieder.

Da der Verein immer mehr Schützenfreunde gewann und deshalb die Abholung des Schützenkönigs diesen vor erhebliche räumliche Probleme stellte, entschloss man sich 1962, auf den Festplatz am Wad auszuweichen. Der erste Vogelschuss mit Festbetrieb dort war dann derart gut besucht, dass den Veranstaltern um 22.30h das Bier ausging.

In diese Zeit fallen auch die ersten sportlichen Erfolge der erst seit zwei Jahren bestehenden Jungschützen-Mannschaft, die mit einem 3. Platz bei den Bayerischen Meisterschaften und einem 9. Platz bei der Deutschen Meisterschaft aufwarteten.

Im Jahr 1963 errang Hermann Hartmann als erstes Mitglied den Titel des Silvesterkönigs, diese Veranstaltung wird nun mehr seit 36 Jahren durchgeführt.

Geradezu revolutionär mutet die Aufnahme der ersten weiblichen Schützen an, Elfriede Horner und Christa Schindler wurden auf Antrag als ordentliche Mitglieder in die Gesellschaft aufgenommen und beendeten somit die Zeit des reinen Männervereins.

Am 16. August 1964 wurden alle noch lebenden Gründungsmitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt, Ehrungen erhielten auch diejenigen, die nach dem Krieg den Verein wieder hatten entstehen lassen. Gesellschaftlich wie auch sportlich entwickelte sich der Verein sehr positiv und hielt sich ohne Schwierigkeiten auf Bezirksebene. Einzelne Schützen machen auch nach wie vor eine gute Figur bei den Bayerischen und Deutschen Meisterschaften.


 - Das neue Schützenhaus

 Immer öfter wurden in früheren Jahren Überlegungen zum Bau einer vereinseigenen Schießstätte angestellt. Bereits im März 1960 wurde dies angeregt, vom damaligen Vorstand aber als nicht aktuell zurückgestellt.

Dann aber nahmen die Pläne zu einem Kleinkaliberstand konkrete Formen an. Das Gelände and der Schnackenwerther Strasse  wollte Schützenbruder Kaspar Rudloff zur Verfügung stellen, die Gesellschaft erwarb es dann aber zum symbolischen Preis von 250,- DM. Nun begann man intensiv mit der Planung des Schießhauses, das 10 x 10 m groß sein sollte, bei einer Standlänge von 50 m. Die gesamte Anlage war zunächst auf 10.000,- DM veranschlagt. Bald war man aber mit dieser Minimallösung nicht mehr zufrieden und die Konzeption entwickelte sich schnell vom einfachen Schießhaus zu einem komfortablem Vereinsheim.

Bei Fertigstellung des Baues waren ziemlich genau soviel harte DM verbaut, wie ursprünglich veranschlagt und es wären wohl noch mehr geworden, wenn nicht viele Schützenbrüder in großartiger Weise Hand angelegt hätten.

Ein Denkmal ganz besonderer Art setzte sich Wilhelm Reichert, Bruder des doppelt beinamputierten und beim Schützenhausbau besonders aktiven Ludwig Reichert, vielen noch in guter Erinnerung. Besagter Wilhelm pflegte nach getaner Arbeit seine Brotzeit auf einer kleinen Erhöhung neben dem entstehenden Schützenhaus einzunehmen. Dieser "Brotzeitberg", besser bekannt als "Wilhelmshöhe" dient auch heute noch als Treffpunkt für gesellige Beisammensein der Schützenfamilie, beispielsweise, wenn am 1. Mai die Grillsaison eröffnet wird.

Als im Frühjahr 1968 die erste Einrichtung des Vereinsheimes, der Ausschank, eröffnet wurde, wirkte sich dies, Dank der eifrigen Helfer, sofort positiv auf die Vereinskasse aus. Die erste Mitgliederversammlung fand natürlich auch im neuen Schützenhaus statt.

Die feierliche Einweihung der neuen Anlage erfolgte im Juli 1970 im Rahmen eines Festkommers für die geladenen Gäste und tagsdrauf kam dann die Bergrheinfelder Bevölkerung auf ihre Kosten. Der Schützenumzug durch den Ort, an dem auch eine Abordnung aus Bielefeld teilnahm, und ein fröhlicher Festbetrieb, demonstrierten wieder eindrucksvoll die Verbundenheit der Schützen mit ihrer Heimatgemeinde.

Weitere Höhepunkte waren das 50-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1974, die erste Regentschaft der Silvesterkönigin Anita Schlossmacher (1975), die Einführung des Jugendkönigs, die Ausrichtung der Kirchweih 1983 sowie das Weltrekordschießen vom 28. und 29.04.84, dessen Eintrag in das Guinessbuch der Rekorde bis 1991 Bestand hatte.

Die Vergrößerung des Schützenhauses mit Saalanbau wurde 1985 in Verbindung mit dem 50-jährigen Gründungsfest auf dem Schützengelände an der Schnackenwertherstraße gebührend gefeiert.

Fortan wurde der Vogelschuss direkt im Schützenhaus durchgeführt, hier hatte man für die Ausrichtung dieser Traditionsveranstaltung die besten Voraussetzungen.

Mit der Proklamation der ersten Schützenkönigin im Jahr 1986, die Würde errang damals Helga Mohr, fiel auch diese Männerdomäne der Frauenpower zum Opfer.

Bereits zum Jahresende 1987 laufen die Vorbereitungen für die im August 1988 auszurichtende Kirchweih an. Die Durchführung musste aufgrund einer schweren Erkrankung von Schützenmeister Hermann Wegner ohne dessen bewährte Leitung über die Bühne gehen.

Durch Kostenteilung zwischen Verein und Armbrustschützen konnte auch in dieser Disziplin ein modernes Sportgerät angeschafft werden.

Die Jugendsatzung wurde im Jahr 1989 beim Amtsgericht Schweinfurt eingereicht und genehmigt.

Auf eine Besonderheit sei an dieser Stelle hingewiesen: Das in Stein gehauene "Berger Schützenwappen", das in die Wand am Eingang zum Schützenhaus eingelassen wurde, stellt das Meisterstück von Steinmetz Lore Mauer dar. Sie war von 1987-1988 Schützenhaus Wirtin und schenkte diese besonders schöne Handarbeit dem Verein.

Im Gegenzug der Biervertragsverlängerung bis 31.07.1999 mit dem Brauhaus Schweinfurt erhielt die Gaststätte eine neue, moderne Zapfanlage sowie eine Thekenbeleuchtung und Gläserschenke.

Auch für die Freunde des Pistolenschießens wurde einiges getan. Im Jahr 1990 wurden die, wiederum in Eigenarbeit erstellten, Pistolenstände mit Duellanlage fertiggestellt. Die Abnahme dieser Sportanlage durch das Landratsamt Schweinfurt erfolgte im Jahr darauf ohne Beanstandungen.

Zur 1100-Jahr-Feier der Gemeinde präsentierte sich das gesamte Dorf als Festplatz. Die Bürgerliche Schützengesellschaft stellte im Hof von Walter Rösch alte Waffen und Uniformen aus.

Bedingt durch den Ausbau der BAB Bamberg-Schweinfurt musste der Verein 202m² seines Geländes an die Autobahndirektion Nordbayern abgeben.

Die Weltpolitik macht auch vor vergleichsweise kleinen Vereinen nicht Halt. So wurde wegen des Golfkrieges der Faschingsball 1991 abgesagt.

Mit der Anschaffung von "richtigem Geschirr" hielt der Umweltschutz auch bei den Vereinen Einzug. Jeder Verein, also auch die BSG beteiligte sich an den Anschaffungskosten des Gemeindegeschirr´s und kann dies nun kostenfrei bei jeder Veranstaltung benutzen.

1991 richtete der Verein wieder einmal das Gaukönigsschießen aus, das von der Gauvorstandschaft jedes Jahr neu an interessierte Schützenvereine vergeben wird.

Eine ganz besondere Auszeichnung wurde dem Verein im Januar 1992 zuteil. Für hervorragende Jugendarbeit erhielt speziell die Jugendabteilung das "Grüne Band", einen mit 10 000,- DM dotierten Preis der Dresdner Bank. Im darauffolgenden Jahr erhielt die BSG aus der Georg-Schäfer-Stiftung, ebenfalls für ihre hervorragende Jugendarbeit, 2 000,- DM.

Auch schon Tradition besitzt der Besuch des Junioren-Nationalkaders, der erstmals 1992 unter Leitung des Trainers Walter Schuhmann sein Saison-Abschlusstraining auf der Bergrheinfelder Anlage abhielt.

Neben den Jugendlichen entwickelten aber auch die Altersklasse- und Seniorenschützen ihre Aktivitäten. Die "Grufti´s", wie sie respektvoll genannt werden, hoben den "Super-Cup" aus der Taufe, der seit 1993 in schöner Regelmäßigkeit mit den Kleinkaliberdisziplinen "Standart" und "Liegend" durchgeführt wird.

Die Überreichung der Urkunde für 25-jährigen Bierbezug durch Herrn Direktor Freitag vom Schweinfurter Brauhaus zeugt wohl auch von der Verbundenheit des Vereins zur fränkischen Tradition. Seit dem letzen Jahr besteht diese Verbindung 30 Jahre und wird wohl auch weiter Bestand haben.

Die Generalversammlung im Februar 1994 musste einen neuen Schützenmeister wählen, da sich aus Altersgründen und Gesundheitsgründen der langjährige 1. Vorsitzende Hermann Wegner nicht mehr zur Wahl stellte. Als Nachfolger leitet seit dem Peter Rippereger, vorher Sportleiter der Gesellschaft, die Geschicke des Vereins.

Mit diesem Wechsel endete nach 33Jahren eine Ära, die ihresgleichen sucht. Als Dank für die großartigen Verdienste um die Bürgerliche Schützengesellschaft ernannte man Hermann Wegner zum Ehrenschützenmeister. Die Übergabe an seinen Nachfolger vollzog sich in der Sitzung am 4. März 1994, die Hermann Wegner mit den Worten kommentierte: Der Verein steht sportlich und finanziell gut da, möge der neue Vorstand in diesem Sinne weiterarbeiten!

Bereits mit dem Ausbau der BAB Bamberg-Schweinfurt wurde dem Verein der Anschluss an das erforderliche Kanalnetz in Aussicht gestellt, was ganz sicher eine erhebliche Erleichterung dargestellt hätte. Diesen Plan musste man endgültig zu den Akten legen, da der geplante Parkplatz an der Grenze des Schützengeländes nicht gebaut wurde.

Dagegen musste ein neuer Gastank angeschaft werden, um den strengen Auflagen des TÜV gerecht zu werden.

Im gleichen Jahr (1994) erfolgte einer Generalsanierung der Vereinsküche, auch das eine Folge der immer neuen Auflagen des Landratsamts.

Ein Problem, das für immerwiederkehrenden Diskussionsstoff gesorgt hatte, wurde im August 1996 in Angriff genommen. Wurde noch am 18. August auf der Terrasse das obligatorische Helferfest für diejenigen Mitglieder ausgerichtet, die am Schützenfest tatkräftig mitgeholfen hatten, so war am Tag darauf (19.08.1996) von diesem Teil des Schützenhauses nichts mehr zu sehen. Die seit Jahren bereits reparaturbedürftige Terrasse ist gerade in den Sommermonaten das Schützenhaus an der Schnackenwertherstraße ein recht erholsamer Ort.

Da aber nach wie vor kein eigener Kanalanschluss besteht, erteilte das Landratsamt Schweinfurt die Auflage, eine Kläranlage mit biologischer Nachreinigung zu erstellen. Dieses Vorhaben ist in Planung und wird wieder einmal die Mithilfe vieler fleißiger Schützenbrüder erfordern.

Im Frühjahr 1997 griffen einige Frauen ins Vereinsgeschehen ein und forcierten die seit langen Jahren bestehende Vorstellung einer "gemeinsamen" Tracht. Unter Beratung und Anleitung von Frau Helga Ständecke, der damaligen Trachtenberaterin für den Bezirk Unterfranken, fertigten nun 25 Damen eine erneuerte, fränkische Tracht, die bei allen Schützenumzügen und Vereinsfeierlichkeiten mit Stolz getragen wird.

Dem wollten die Schützenbrüder nicht nachstehen und entschieden sich für die Anschaffung von Westen in traditionellem Schützengrün. Das Tragen der Weste bedeutet gerade im Sommer eine große Erleichterung für die Männer.

Höhepunkt dieser gemeinsamen Initiative wird die Teilnahme am Oktoberfest Trachten- und Schützenumzug im September 1999 in München sein.

Die Anschaffung dieser Tracht kam gerade rechtzeitig zur Proklamation von Lilo Müller im August 1997, Sie wurde die zweite Schützenkönigin in der Vereinsgeschichte.

Auch ein besonderes Ereignis in der langen Schützentradition war die Übernahme der Patenschaft für die neue Vereinsfahne der Grafenrheinfelder Schützenfreunde.

Dies wurde mit einer feierlichen Hubertusmesse in der Grafenrheinfelder Dorfkirche im Juli 1998 eingeleitet, ein Umzug durch den Ort zum Schützenhaus schloss sich an und dokumentiert wohl auch, dass die beiden Ortschaften trotz oft zitierter Feindseligkeiten auch freundschaftlich zusammen arbeiten können.

Eine Änderung Schützenfest-Tradition erfolgte im Jahr 1998, als man erstmals seit 1970 den Vogelschuss wieder auf dem zentral gelegenen Festplatz Wad ausrichtete.

Schon mehrmals war die Anregung dazu aus den Reihen der Mitglieder gekommen, doch die Gegner setzten sich noch mit den Argumenten durch, dass dies mit sehr viel Arbeit verbunden sei. Alles zu organisieren sei umständlich, bei Regenwetter stehe kein Saal zur Verfügung usw.

In der Generalversammlung 1998 kam es dann darüber zur Abstimmung und siehe da, die Mehrheit war dafür, wieder in den Ort und somit zu den Gästen zu gehen. Dass die Entscheidung letztendlich richtig war, auch im Hinblick auf das 75-jährige Vereinsjubiläum, das von einem großen Festzug durch die gesamte Ortschaft gekrönt werden soll, zeigt die positive Resonanz und der zahlreiche Besuche der Einwohner von Bergrheinfeld und Umgebung.

Um das seit 15 Jahren (seit Oktober 1984) in einem zweijährigen Rhythmus stattfindende Vereinspokalschießen attraktiver zu gestalten, schrieb man im vergangenen Jahr erstmals den Titel eines "Bürgerkönigs" aus und schaffte eigens dafür eine Kette an. Für die nächsten beiden Jahre darf sich Ernst Ebert mit dieser Würde schmücken.

Was die sportlichen Erfolge angeht, waren die letzten vier Jahre äußerst erfolgreich.

Mit Lars Möwe-Jarren errang zum erstenmal ein Nachwuchsschütze der Bürgerlichen Schützengesellschaft vordere Plätze bei Europameisterschaften. Bereits im Jahr 1995 belegte die deutsche Junioren-Nationalmannschaft, in der auch Lars mitschoss, bei der Europameisterschaft in Zürich den 3. Platz in der Königsdisziplin Kleinkaliber 3 x 40 Schuss. Im Jahr darauf verlief auch die Teilnahme an der EM in Sofia/Bulgarien für Lars und seine Mannschaftskollegen erfolgreich. Sie errangen in der Disziplin KK liegend den 2. Platz, zudem belegte Lars in der Einzelwertung noch Platz 3. Seit 1997 ist er nun Mitglied in der Herren-Nationalmannschaft. Übertroffen wurden diese Placierungen im vergangenen Jahr von Steffen Herdel, Mitglied des Junioren-Nationalkaders, der bei der Europameisterschaft in Tallinn/Estland Platz 1 mit der Mannschaft und den 3. Platz in der Einzelbewertung belegte. Damit hatte er einen Startplatz bei den Weltmeisterschaften sicher, die einige Wochen später in Barcelona stattfanden.

Steffen kam von dort mit einem zweiten Platz in der Mannschaftswertung zurück. Dieses einmalige Ereignis nahmen die Schützen zum Anlass, Steffen Herdel einen triumphalen Empfang am Schützenhaus mit Musik und ausgerollten roten Teppich zu bereiten.

Die mitgebrachte Medaille wurde natürlich gebührend bewundert und man merkte den berechtigten Stolz auf diese herausragende Leistung.

Bereits im Vorgriff auf das geplante 75-jährige Vereinsjubiläum zog man 1998 die seit langem geplante Saal-Renovierung durch. Die Schützenscheiben sind nun nach Jahren angeordnet.

Bleibt am Ende nur, der Bürgerlichen Schützengesellschaft weiterhin die Ausdauer und Kontinuität im Aufbau und Fortführung der Vereinsarbeit zu wünschen, wie dies in den vergangenen 75 Jahren geschehen ist. Ohne den Einsatz und den Ehrgeiz jedes einzelnen Mitgliedes besäße die BSG Bergrheinfeld wohl nicht das Ansehen über die Grenze Bergrheinfelds hinaus.

 
     
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Letzte Aktualisierung: 2012-01-25